Im Verlaufe eines jeden Schuljahres, werden in unseren Kindergartenklassen im Rahmen der Prävention die Schwerpunkte
thematisiert. Ergänzend vertiefen wir alle zwei Jahre jeweils einen Aspekt an den gemeinsamen Kinderschutz-Projekttagen. Und wie immer, arbeiten bei diesen Themen die Schulsozialarbeit und die Kindergärten besonders eng zusammen.
Prävention im Kindergarten bedeutet vor allem auch, dass die Kinder ihren Körper kennen, Zugang zu ihren Gefühlen haben und sich an die Stopp-Regeln halten können.
Warnungen sind gut, bewirken aber oft Verängstigung, Einschränkung und/ oder Vermeidungsverhalten, anstelle von Sicherheit.
Deshalb legen wir im Kindergarten den Schwerpunkt sehr bewusst auf die Stärkung des Selbstwertgefühls, aufs Kennen des eigenen Körpers, auf die Wahrnehmung der eigenen Gefühle und aufs Respektieren der eigenen sowie der Grenzen und der Persönlichkeit der Mitmenschen.
Kinder mit einem gesunden Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl laufen weniger Gefahr, missbraucht oder gemobbt zu werden. Kinder, die gelernt haben, sich auszudrücken, können eher von einem Übergriff erzählen.
An den diesjährigen Projekttagen beschäftigten wir uns mit dem Nebeneinander, Miteinander, Füreinander oder auch mal Gegeneinander.
In unseren Klassen leben, spielen, arbeiten, lernen im Durchschnitt 20 Kinder gleichzeitig miteinander, manchmal füreinander, öfters nebeneinander und gelegentlich auch einmal gegeneinander. Auch diese sozialen Aspekte müssen erst einmal erfahren, gelernt, erlebt und ab und zu ausgehalten werden.
Während der drei Projekttage spielten wir vormittags miteinander, massen uns gegeneinander, taten so manches füreinander und arbeiteten nebeneinander.
Dies taten wir mit Geschichten, Liedern wie dem «Nein!»-Rap oder dem «Stopp!»-Vers, Spielen, spannenden Aufgaben und sinnlichen Erfahrungen. Wir sprachen über gute und schlechte Geheimnisse, übers Streiten und Versöhnen, dachten über unsere Gefühle nach und überlegten miteinander, was wir brauchen, damit uns allen wohl ist.
Nach dem freien Nachmittag durfte man montags und dienstags abends mit den Eltern die Erlebnisausstellung besuchen, welche auf die vier Standorte verteilt war. Jeder Kindergarten hatte, nebst den «klassischen» Themen, zusätzlich einen eigenen Schwerpunkt. Nach diesem Prinzip konnte man in jedem Kindergarten unterschiedliche Erlebnisposten entdecken. Wir Lehrpersonen haben uns gefreut, dass so viele Familie (fast) alle Standorte besucht haben.
PS: Auch wenn die Projekttage vorbei sind, unsere Spielregeln wie z.B. die «Stopp!»-Regel, bleiben geltend. Und wir üben weiterhin, diese im Alltag zu festigen.
Damit uns allen mit- neben-, für- oder auch mal gegeneinander einigermassen wohl ist und bleibt.
Text & Bild: Stephanie Hirschi & Vanessa del Do
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